20 - Passivhaus-Versorgungstechnik

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Einführung zur Passivhaus-Versorgungstechnik (Dr. Wolfgang Feist, PHI Darmstadt). Simulationen der Luftströmungsverhältnisse im Raum zeigen, dass im Passivhaus Art und Ort der Wärmezufuhr im Raum frei wählbar sind, während im Niedrigenergiehaus eine Heizwärmequelle unter den Fenstern aus Behaglichkeitsgründen erforderlich ist. Auf Grund des extrem niedrigen Jahresheizenergiebedarfs wird im Passivhaus die Versorgung mit Warmwasser wichtiger als die Heizwärmeversorgung. Alle heutigen Versorgungsvarianten können im Passivhaus eingesetzt werden, zusätzlich ergeben sich aber zahlreiche weitere Möglichkeiten und damit eine höhere Vielfalt an Haustechniksystemen im Passivhaus. Anforderungen für Systemtechniken im Passivhaus (Horst Eisenbeis, Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft, VdZ – Köln).

Die Vorteile eines hydraulischen Heizungssystems werden aufgezeigt und Entwicklungslinien für die zukünftige Wärmeversorgung von Niedrigenergie- und Passivhäusern werden skizziert. Neue Chancen für die Ölheizung im Passivhaus (Dr. Ernst-Moritz Bellingen, Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.V., Hamburg). Verschiedene Möglichkeiten moderner Ölbrennwert-Technik und sich in der Entwicklung befindende Techniken wie der Vorverdampfungsbrenner, der gläserne Verdampfer, der Oberflächenbrenner und der Ölporenbrenner mit Brennwertnutzung werden vorgestellt. Passivhaus - monoenergetisch versorgt mit Strom (Dr. Markus Ewert, E.ON Energie AG, Hannover). Unterschiedliche Systeme zur monoenergetischen Versorgung von Passivhäuser mit Strom werden in Bezug auf ihre Kosten und ihren Primärenergiewert miteinander verglichen.

Der nutzbare Anteil von regenerativem Strom aus Windkraft und Fotovoltaik in Passivhäusern wird berechnet. Lüftungs-Kompaktgeräte: Stand der Weiterentwicklung und Messungen im Einsatz (Andreas Bühring, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Freiburg). Im Passivhaus Büchenau und in der Passiv-Reihenhauszeile in Neuenburg am Rhein wurden Lüftungs-Kompaktaggregate als alleinige Heizsysteme eingebaut. Ergebnisse der Messungen, die in 7 Häusern seit April 1999 kontinuierlich laufen, werden präsentiert. Verschiedene Hersteller von Lüftungs-Kompaktgeräten werden mit ihren Produkten vorgestellt. Solare Nahwärme für Passivhäuser (Boris Mahler, Steinbeis Transferzentrum Energie-, Gebäude- und Solartechnik).

Die Möglichkeit, einen Teil des Heizwärmebedarfs von Passivhäusern über thermische Solaranlagen zu decken, wird mit dem Simulationsprogramm TRNSYS untersucht. Verschiedene Speichertypen werden kurz vorgestellt, die Wirtschaftlichkeit und die Primärenergieeinparung werden berechnet. Durch solare Nahwärmesysteme mit Langzeit-Wärmespeicher lassen sich in Passivhäusern Primärenergiekennzahlen unter 20 kWh/(m²a) für Raumheizung und Warmwasserbereitung erreichen. Varianten für die Wärmeversorgung von Passivhäusern im Vergleich (Dr. Wolfgang Feist, Passivhaus Institut Darmstadt)

Es werden 19 Versorgungsvarianten für ein Einfamilien-Passivhaus bezüglich Systemtechnik, Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit, Primärenergieverbrauch, CO2-Emissionen und Gesamtkosten verglichen. Zusätzlich zu den Passivhaus-Varianten der traditionellen Versorgungssysteme gibt es speziell für das Passivhaus geeignete Möglichkeiten, die eine noch höhere Effizienz und günstigere Kosten ermöglichen. Mit den verfügbaren Systemen sind bereits heute Lösungen möglich, die keine oder geringe Mehrkosten gegenüber einem Referenz-Niedrigenergiehaus verursachen. Die Primärenergieeinsparungen liegen dabei durchweg zwischen 50 und 80 %.

Protokollband Nr.20 - Jahr 2000