Protokollband Nr.22 - Jahr 2003

Description


Bedeutung der Sommerlüftung im Passivhaus (Dr. Wolfgang Feist, Passivhaus Institut). Für ein komfortables Sommerklima ist die sommerliche Lüftung, insbesondere in Form von Fensterlüftung, von entscheidender Bedeutung. Diese Tatsache wird auf der Grundlage der physikalischen Zusammenhänge herausgearbeitet. Der Beitrag gibt ferner einen Überblick über verschiedene Systeme zur Sommerlüftung: freie Lüftung über die Fenster in unterschiedlichen Konfigurationen, maschinelle Lüftung mit oder ohne Erdwärmeübertrager. Der Luftwechsel bei Fensterlüftung: Messergebnisse und Berechnung (Anton Maas, Universität Gesamthochschule Kassel). Mit Tracergasmessungen nach der Konstant-Konzentrations-Methode wurde der Fensterluftwechsel für Kipp- und Drehfenster unter verschiedenen Klimarandbedingungen ermittelt.

Die Messungen erfolgten sowohl für nur einseitig geöffnete Fenster als auch für Querlüftung. Eine systematische Auswertung der Messergebnisse und ein Modellansatz für eine rechnerische Beschreibung werden präsentiert. Fenstergeometrie und Luftwechsel - verbesserte Modelle (Jens Knissel, Institut Wohnen und Umwelt). Wie Messergebnisse zeigen, überschätzen die verfügbaren Modelle für die Berechnung des freien Luftwechsels durch gekippte Fenster den sich einstellenden Luftstrom erheblich. Die Gründe werden diskutiert und Vorschläge für verbesserte Modelle erarbeitet. Ein vereinfachtes Verfahren zur Abschätzung des sommerlichen Luftwechsels (Jürgen Schnieders, Passivhaus Institut).

Zur systematischen Projektierung von ausreichenden sommerlichen Lüftungsmöglichkeiten wird ein Werkzeug benötigt, mit dem sich der Luftwechsel bei verschiedenen Konfigurationen mit geringem Aufwand bei ausreichender Genauigkeit abschätzen lässt. Ein solches Werkzeug wurde im Rahmen des Arbeitskreises erstellt. Im Beitrag werden die Grundlagen zusammengestellt und erläutert. Für verschiedene Fensterlüftungs-Konfigurationen werden typische Luftvolumenströme angegeben. Messergebnisse zum Sommerfall aus Passivhäusern (Søren Peper, Passivhaus Institut). Praxiserfahrungen aus Reihenhäusern in Hannover-Kronsberg, Mehrfamilienhäusern in Kassel-Marbachshöhe und einem Bürogebäude in Cölbe bei Marburg werden dargestellt. Sommerliche Lüftungsstrategien in Nicht-Wohngebäuden: Simulation und Praxiserfahrungen (Thomas Lechner, Transsolar).

Der sommerliche Wärmeschutz für architektonisch ungewöhnliche Nichtwohngebäude bildet den Schwerpunkt dieses Beitrags, in dem Beispiele für entsprechende Klimakonzepte präsentiert werden. Der Einfluss verschiedener Lüftungsstrategien auf das Sommerklima - vergleichende Untersuchung mittels dynamischer Gebäudesimulation (Jürgen Schnieders, Passivhaus Institut). Welchen Einfluss hat die Strategie der sommerlichen Lüftung auf den erzielten Komfort: Bedeutung der Fensterlüftung, Tag- oder Nachtlüftung, einseitige Lüftung oder Querlüftung über ein oder mehrere Geschosse, ausgefeilte Regelstrategie oder grobes Zeitprogramm. Wie wichtig sind Wärmetauscher-Bypass, Erdwärmeübertrager und Öffnungsquerschnitte Dynamische Simulationsrechnungen auf Basis eines gekoppelten thermischen und Strömungsmodells beantworten diese Fragen. Als wichtigste Kenngröße erweist sich der mittlere wirksame Luftwechsel in Hitzeperioden. Zusammenfassung (Dr. Wolfgang Feist, Passivhaus Institut).

Mit den Ergebnissen der Arbeitskreissitzung kann der Luftvolumenstrom bei Fensterlüftung errechnet werden. Zusammen mit dem Sommerfall-Blatt des Passivhaus Projektierungs Pakets wird damit die Grundlage für eine verlässliche Planung des Sommerklimas geschaffen. Beispiele demonstrieren die Bedeutung einer ausreichenden Durchlüftung und die Sensitivität des Sommerklimas auf den mittleren sommerlichen Luftwechsel. Hinweise für Planung und Betrieb der Sommerlüftung runden den Protokollband ab.