Protokollband Nr.08 - Jahr 1997

Description


Warum sich das Passivhaus in besonderer Weise dafür eignet, die Grundkonzeption energiesparender Gebäude bezüglich der Innenluftqualtiät zu überprüfen, macht der einführende Beitrag deutlich (Dr. W. Feist, Passivhaus Institut). Es werden die Ergebnisse der Luftqualitätsmessungen im Passivhaus Darmstadt Kranichstein zugrundegelegt, welche als „richtungsweisend für künftige Entwicklungen beim Niedrig-Energie-Konzept und möglicherweise auch für Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität in Wohnräumen“ gelten können.

Unter den verschiedenen Lüftungsarten Infiltration, Fensterlüftung und mechanische Lüftung kann nur letztere eine kontinuierliche und wetterunabhängige Durchströmung sicherstellen, wie der folgende Vortrag darstellt (J. Werner, ebök). Die ständige Lufterneuerung in bewohnten Räumen ist Voraussetzung für ein angenehmes Raumklima und hygienisch unbedenkliche Raumluftqualität. Bei sorgfältiger Planung, korrekter Einstellung und zuverlässiger Wartung einer Anlage gewährleistet die mechanische Lüftung bei geschlossenen Fenstern eine gute Innenraumluftqualität. Bei der Schaffung einer gesunden Wohn- und Arbeitsumgebung spielt auch die Wahl der Baustoffe eine wesentliche Rolle.

Im nachfolgenden Beitrag werden konkrete Anforderungen an Materialien formuliert, die im Baubereich verwendet werden (Dr. G. Zwiener, ECO-Umweltinstitut). Raumluftrelevante Materialien sind dabei Anstrichstoffe, Bodenbeläge, Vorstriche und Klebstoffe, Holzfaserplatten und bestimmte bauchemische Produkte. Die wesentlichen Materialien werden in ihrer Zusammensetzung und Wirkung näher betrachtet. Mit dem Aspekt der „Umweltwirkung von Baukonstruktionen“ befaßt sich ein weiterer Vortrag (D. Gilgen, Architekt HTL c/o Intep AG in Zürich). Als Grundlage der Betrachtungen dient die beim Schweizerischen Ingenieur- und Architekten-Verein SIA erschienene Dokumentation „Hochbaukonstruktionen nach ökologischen Gesichtspunkten“, in der über 60 gängige Konstruktionen dargestellt sind.

Einige ökologische Kriterien, die beim Bauen bereits in der Planungsphase mit einfließen (sollten), werden im vorliegenden Beitrag aufgezeigt. Schließlich wird der kumulierte Primärenergieaufwand über eine Nutzungsdauer von 80 Jahren für sechs Gebäudestandards verglichen und dargestellt (Dr. W. Feist, PHI). Bei den neuen Passivhäusern der zweiten Generation „wird der kumulierte Primärenergieaufwand über den Lebenszyklus um einen Faktor 4 unter dem eines konventionellen Referenzhauses liegen.“ Das Forum nimmt in abschließenden Diskussionsbeiträgen nochmals kurz Stellung zur Materialproblematik.

Inhalt:

Ergebnisse der Luftqualitätsmessungen im Passivhaus Dr. Wolfgang Feist, Passivhaus Institut, Darmstadt Luftqualität und Lüftungstechnik Johannes Werner, ebök Materialauswahl Dr. Gerd Zwiener, ECO-Umweltinstitut, Köln Baukonstruktionen nach ökologischen Gesichtspunkten Daniel Gilgen, Architekt HTL c/o Intep AG in Zürich Lebenszyklusbilanzen im Bergleich: Niedrigenergiehaus, Passivhaus, Energieautarkes Haus Dr. Wolfgang Feist, Passivhaus Institut, Darmstadt Materialproblematik Diskussion mit den Passivhaus-Planern