Protokollband Nr.05 - Jahr 1997

Description


Bei der Planung energiesparender Hauskonzepte ist die computergestützte Simulation des thermischen Gebäudeverhaltens ein bedeutendes Instrument geworden. Im einführenden Beitrag werden die Leistungsfähigkeit und Grenzen verschiedener Simulationsmodelle vorgestellt (Dr. W. Feist, PHI).

Insgesamt kann die Simulation des thermischen Verhaltens von Gebäuden als geeignetes Instrument angesehen werden für die Behandlung typischer Fragestellungen bei der energiebewußten Gebäudeplanung. Mit Hilfe der thermischen Gebäudesimulation wurden schließlich die wesentlichen Konstruktionsmerkmale des ersten, 1991 in Darmstadt Kranichstein errichteten Passivhauses abgeleitet (Dr. W. Feist, PHI / T. Loga, IWU). Ein Gesamtenergiebedarf von unter 30 kWh/(m²a) für alle Haushaltsenergieanwendungen (Haushaltsstrom, Warmwasserbereitung und Heizung) war zunächst als Zielwert angesetzt worden.

Es konnte schließlich dokumentiert werden, daß im Durchschnitt der vier Wohnungen im Passivhaus Darmstadt Kranichstein ein gemessener Gesamtendergieverbrauch von 31,8 kWh/(m2a) ausreichte und der Heizwärmeverbrauch unter 10 kWh/(m2a) lag. Im Beitrag wird deutlich, daß mit diesem gebauten Passivhaus ein „extrem gut präpariertes“ Feldmeßobjekt vorliegt, bei dem sich die Meßergebnisse gut für einen Vergleich mit aus der Simulation gewonnenen Daten eignen.

Zu den Erfahrungen aus dem Darmstädter Passivhaus gehört auch der Einfluß der internen Wärmequellen, die bei der Erstellung der Energiebilanz eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielen, da sie als „Gratiswärme“ Heizwärme ersetzen (Dr. W. Ebel, IWU). Mit dem Aspekt des sommerlichen Raumklimasbeim hochgedämmten Passivhaus befaßt sich der folgende Beitrag (Dr. W. Feist, PHI). Es wird dargestellt, daß bei einem wohlausgwogenen Gesamtkonzept des Passivhauses alle Bemühungen um Energieeffizienz im Winter sich nicht zwangsläufig negativ auf das Sommerklima auswirken.

Als weitere Problemstellung wird das Heizverhalten im Passivhaus besprochen (Dr. W. Feist), denn beim Passivhaus liegt immer noch ein Restheizwärmebedarf vor, wenn auch ein sehr geringer. Dieser muß allerdings so gering sein, daß auf ein separates Heizsystem verzichtet werden und die Wärme über die ohnehin vorhandene Zuluft den Räumen zugeführt werden kann. Hinsichtlich des zu erwartenden Heizwärmebedarfs wird in einem weiteren Beitrag der Entwurf der Passivhauszeile in Naumburg (Stand: Januar 1996) untersucht (J. Knissel, IWU).

Es wird aufgezeigt, wie sensibel der Energiekennwert Heizwärme auf Veränderungen von einzelnen Gebäudeeigenschaften reagiert. Ein abschließender Beitrag untersucht die Primärenergiebilanz am Beispiel der Passivhäuser in Wiesbaden (T. Loga, IWU).


Inhalt:

Grundlagen der Simulation des thermischen Verhaltens von Gebäuden Wolfgang Feist, Passivhaus Institut, Darmstadt Vergleich von Messung und Simulation Wolfgang Feist, Passivhaus Institut, Tobias Loga, Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt Interne Wärmequellen - Erfahrungen aus dem Passivhaus Dr. Witta Ebel, Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt Der Sommerfall - Fragen an die Simulation Wolfgang Feist, Passivhaus Institut, Darmstadt Erste Berechnungen zum Anheizverhalten und zur räumlichen Restwärmeverteilung im Passivhaus Wolfgang Feist, Passivhaus Institut, Darmstadt Parameterstudie für das Passivhaus Naumburg Jens Knissel, Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt Primärenergiebilanz der Passivhäuser Wiesbaden Tobias Loga, Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt