Protokollband Nr.31 - Jahr 2005

Description


Passive Kühlung versus hocheffizienter aktiver Lösungen Gebäude sind in Deutschland in der Vergangenheit überwiegend ohne aktive Kühlung gebaut worden; eine solche war auch in der Regel aus Komfortgründen nicht erforderlich. Erst moderne Bauweisen (vor allem: große Verglasungsflächen) und gestiegene innere Wärmequellen sowie die zunehmend spürbaren Auswirkungen des Klimawandels machen auch in Deutschland die Raumkühlung zu einer technisch zu projektierenden Aufgabe.

Passive Techniken können bei der Lösung dieser Aufgabe bedeutende Beiträge leisten; im Fall von Wohngebäuden können sie in der Regel eine weitergehende aktive Kühlung in Passivhäusern überflüssig machen. Wir haben diese Fragestellung in den Arbeitskreisen 15 und 22 behandelt und Planungsinstrumente für die Projektierung solcher passiven Techniken zur Verfügung gestellt. Bei Vorliegen von sehr hohen inneren Wärmequellen in Nichtwohngebäuden kommen allein passive Techniken irgendwann an ihre Grenzen und schon zuvor wird der zugehörige Aufwand ökonomisch sehr hoch.

In gewisser Weise ist die Situation mit der Entwicklung des Heizwärmebedarfs bei besser werdender Dämmung vergleichbar - dort ist es regelmäßig ökonomisch nicht vertretbar, den Wärmebedarf auf Null zu senken; dies ist auch nicht notwendig, weil eine ohnehin vorhandene Technik (in diesem Fall die Wohnungslüftung) die Heizaufgabe dann mit einem sehr geringen Aufwand mit übernehmen kann, wenn die Passivhausgrenze < 10 W/m² eingehalten wird.

Für die Raumkühlung erwarten wir einen ähnlichen Effekt - auch diese kann von der Lüftung mit übernommen werden, solange gewisse noch zu bestimmende Kriterien eingehalten werden. Auch in diesem Fall der Raumkühlung ist die Frage der Bereitstellung von Kühlenergie aus passiv erschließbaren Quellen oder mit Hilfe einer effizienten konventionellen Kältemaschine im Grunde zweitrangig. Entscheidend ist - wie im Raumwärmefall - das die verwendeten Lösungen zuverlässig, unkompliziert und ökonomisch sind und einen vertretbar geringen Primärenergiebedarf aufweisen.

Dieser muss so gering sein, dass die Passivhaus-Primärenergie-Kriterien erfüllt werden können. Aufgabe des Arbeitskreises ist es, die verschiedenen Möglichkeiten einer Kühlung und deren Projektierung für Passivhäuser (vor allem bei Bürogebäuden) zu untersuchen.