Protokollband Nr.17 - Jahr 1999

Description


Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung ist in gewöhnlichen Gebäuden streng gerechnet un-wirtschaftlich. Werden nicht von vornherein Passivhaus geeignete Anlagen eingesetzt, so wird häufig noch nicht einmal eine Betriebskosteneinsparung erreicht. Eine sehr gute Wohnungswärme-rück-gewinnungsanlage kann allerdings in einem Passivhaus auch betriebswirtschaftlich rentabel be-trieben werden, da sich unter der Voraussetzung der Passivhaus-Eignung Investitionskosten für das Standardheizsystem einsparen lassen.

Aus den Anforderungen an die Wohnungslüftung im Passivhaus (Dr. Wolfgang Feist) folgen Kriterien für Passivhaus geeignete Wärmerückgewinnungsanlagen: Komfort, (Strom)effizienz, Be-grenzung der Leckagen, Frost- und Schallschutz, etc. Der Beitrag zeigt, dass eine mangelhafte Gehäusedämmung des Lüftungszentralgerätes effektiv zu einem geringeren Wärme-bereit-stel-lungsgrad führt. Johannes Werner und Matthias Laidig (Ing.-büro ebök, Tübingen) widmen sich in ihrem Beitrag den Grundlagen der Wohnungslüftung im Passivhaus und gehen auf die Planung (z.B. Luftdurchlässe) , die Ausführung (Einbau, Inbetriebnahme und Einregulierung, Betrieb, Wartung), sowie die Komponenten und die technischen Grundlagen ein. Rainer Pfluger (PHI, Darmstadt) erklärt Projektierungswerkzeuge für Passivhaus-Lüftungs-anlagen, nämlich die Programme DIMVENT, Lindap Comfort, PHPP, PHLuft, GAEA und WKM-LTE. Ihre Ergebnisse im Bereich Druckverlustberechnung von Kanalnetzen, Wärmeabgabe von Lüftungskanälen, Berechnung von Erdreichwärmetauschern und Gegenstromwärmetauschern werden verglichen. Sogenannte Weitwurfdüsen eignen sich in besonderem Maße, um Zuluft möglichst effektiv mit einer guten Durchmischung und hohen Wurfweiten in Wohnräumen einzubringen.

Damit lassen sich einfache und kurze Kanalnetze realisieren. Sie haben sich in der Praxis gut bewährt, die vor-gestellten Lüftungsventile erzeugen einen sehr geringen Eigenschall und haben eine gute Einfü-gungsdämpfung. (Rolf Waldschmidt u. Jörg Schickedanz, ABB fläkt Produkte GmbH, Wedemark) Der Beitrag "Numerische Simulation von Luftströmungen in Wohnräumen mit mechanischer Lüftungsanlage" zeigt, dass bei Räumen mit einer gut wärmegedämmten Fassade die Anordnung der Zu- und Abluftventile auf die Temperatur- und Geschwindigkeitsverteilung nur eine unterge-ordnete Rolle spielt. Die Behaglichkeitsanforderungen werden bei allen Varianten eingehalten. (Dr. Michael Schwarz, DS-Plan GmbH, Stuttgart) Die beiden letzten Beiträge behandeln die Besonderheiten bei der Ausführungsplanung ei-ner Lüftungsanlage im Geschoßwohnungsbau (Joachim Otte, Ing.-büro innovaTec Energiesy-steme GmbH, Kassel) und die Lüftungstechnik bei Reihenhaussiedlun-gen mit Passivhäusern am Beispiel Wiesbaden und Hannover (Norbert Stärz, Ing.-Büro inPlan, Pfungstadt).

Inhalt:

Raumlufthygienische Anforderungen Zuluftbedingung Abluftbedingungen Zonierung Luftmengen Kanalführung Kanaldimensionierung Zuluftauslässe gerichtete Strömung Wärmetauscher Stromeffizienz Einregelung Erfahrungen zur Luftqualität