Protokollband Nr.15 - Jahr 1999

Description


Die Praxiserfahrungen mit dem ersten realisierten Passivhaus in Darmstadt Kranichstein haben gezeigt, daß die Superdämmung nicht zu sommerlicher Überhitzung führt. Das Innenklima erwies sich auch in der Hitzeperiode als gut (kühl). Inzwischen liegt die „Passivhaus Sommerklima Studie“ vor, welche fundierte Aussagen zum sommerlichen Klimaverhalten verschiedener Varianten des Passivhaus-Standards zuläßt. Eines der zentralen Ergebnisse der Untersuchung ist, daß ein verbesserter Wärmeschutz einerseits die Wärmeverluste im Winter erheblich reduziert und andererseits hilft, „das sommerliche Innenklima kühl zu halten – unter der Voraussetzung, daß eine ausreichende Lüftung im Sommer möglich ist.“ Die Parameterstudie wird im ersten Beitrag vorgestellt (Dr. W. Feist, PHI). Mit der Frage nach der sommerlichen Behaglichkeit in energiesparenden Gebäuden be-faßt sich der folgende Beitrag (Dr. W. Feist, PHI). Es konnte inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen werden, „daß ein sehr guter Wärmeschutz sogar eine Verbesserung des Sommerklimas in den betroffenen Gebäuden ermöglicht.“ Zur Bestimmung der Behaglichkeit für den Sommerfall wird ein vereinfachtes Verfahren, das auf der europäischen Norm EN 832 aufgebaut ist, vorgestellt. Am Beispiel des Verwaltungsgebäudes von Wagner & Co. in Cölbe werden anhand von Simulationsmodellen verschieden Möglichkeiten betrachtet, um ein behagliches Sommerklima im Haus zu erreichen (J. Schnieders, PHI). Die Untersuchungen zeigen, daß sowohl in Wohn- wie auch in Bürogebäuden ein angenehmes Raumklima im Winter und im Sommer auch ohne aktive Maßnahmen zur Klimatisierung erreicht werden kann. Ein wesentlicher Grund dafür besteht „in der großen thermischen Trägheit gut wärmegedämmter Häuser, die es erlauben, Wärme und Kälte über mehrere Tage zu speichern.“ Der folgende Beitrag untersucht den Einfluß des Erdreichwärmetauschers auf die Kühlung des Gebäudes (A. Gerber, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Freiburg). Bei hochwärmedämmenden Fenstern müssen Sonnenschutzkonzepte bei der Planung berücksichtigt werden. Der abschließende Beitrag vergleicht verschiedene außenliegende Verschattungseinrichtungen mit in den Scheibenzwischenraum integrierten Systemen (T. Kuhn, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Freiburg). Inhalt: Das Passivhaus-Konzept für den Sommerfall Dr. Wolfgang Feist, PHI Ein vereinfachtes Verfahren zur Bestimmung der Behaglichkeit im Sommer Dr. Wolfgang Feist, PHI Nachtlüftung mit natürlichem Auftrieb, am Beispiel des Passivhaus-Verwaltungsgebäudes in Cölbe Jürgen Schnieders, PHI Kühlen mit dem Erdreichwärmetauscher Andreas Gerber, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Freiburg Verschattungseinrichtungen am Fenster Tilmann Kuhn, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Freiburg