Protokollband Nr.14 - Jahr 1998

Description


Durch bessere Dämmung der Gebäudehülle werden die Temperaturen der Innenoberflächen an-gehoben, das führt zu mehr Behaglichkeit in den betreffenden Räumen. Beim Passivhaus kommt den Fenstern durch zunehmend verbesserten Wärmeschutz der Gebäudehülle eine Schlüsselfunktion zu: hier ist ein hoher Qualitätsstandard gefordert, „damit auch ohne Heizkörper die Behaglichkeit in der Nähe der Fassade sehr gut beurteilt wird“ (Dr. W. Feist, PHI). Besonders bei der Verglasung wurden in kurzer Zeit enorme Qualitätssteigerungen erzielt. Wäh-rend bei Einfachverglasungen, die häufig noch in Altbauten zu finden sind, der k-Wert bei ca. 5,8 W/(m² K) liegt, weisen heute übliche Isolierverglasungen schon einen k-Wert von 1,1 bis 1,6 W/(m²K) auf.


Bei Passivhäusern werden Gläser mit k-Werten bis zu 0,6 W/(m² K) eingesetzt. Diese Werte sind nur möglich durch die Verwendung von beschichteten Gläsern, Gasfüllungen und optimierten Isolier-glasaufbauten (K.Häuser, interpane). Auf die Entwicklung der Beschichtungstechnik bei der Verglasung geht der nächste Vortrag ein (J. Grönegräs, VEGLA GmbH), besonders unter Berücksichtigung des g-Wertes. Bei der Betrachtung des Bauteils Fenster ist neben der Verglasungsqualität auch der Randverbund und der Glaseinstand als Teil der Gebäudehülle zu berücksichtigen. Wie groß der Einfluß von Rand-verbund und Glaseinstand ist, geht aus nachfolgendem Referat hervor (J. Schnieders, PHI).

Daß die Entwicklung in der Glastechnik auch die Architektur beeinflußte, macht der nachfolgende Beitrag deutlich (K.-H. Fingerling, ISOFACH GmbH). Der entscheidende Schritt hin zum passivhaus-tauglichen Fenster war schließlich die Weiterentwicklung des Fensterrahmens: Beim ersten Passiv-haus Darmstadt Kranichstein wurden 1991 noch die konventionellen Holzfensterrahmen durch nach-trägliches Anbringen von Dämmschalen aus PU-Hartintegralschaum verbessert, wodurch sich der Heizenergieverbrauch der Häuser um ca. 40 % reduzieren ließ. Vordringliches Ziel war daraufhin die Entwicklung des passivhaustauglichen Fensterrahmens aus „einem Guß“, auch unter dem Aspekt der Rezyklierbarkeit. Bei der Entwicklung hin zum passivhaustauglichen Fensterrahmen kommen verschiedene Rah-menaufbauten (z.B. Holz/PU/Holz, Holz/Alu) zum Einsatz. Entscheidend ist neben der Qualität des Rahmens immer auch der sachgerechte Einbau: es werden drei unterschiedliche Einbausituationen betrachtet (G. Pazen, eurotec GmbH). Die Entwicklung passivhaustauglicher Produkte allein reicht nicht aus.

Ebenso wichtig sind die An-schlußdetails beim Einbau. Gleiches gilt besonders auch für das Fenster. Alle Anstrengungen bei der Verbesserung der Verglasungsqualität und des Fensterrahmens können durch eine ungün-stige Ein-bausituation zunichte gemacht werden (Dr. W. Feist, PHI). Abschließend wird die Abhängigkeit der Solareinstrahlung von der Orientierung und der Ver-schattung betrachtet (Dr. W. Feist, V. Sariri, Dr. W. Ebel, E. Baffia). Es wird ein Instrumentenpaket bereitgestellt, mit welchem der Anwender selbst in der Lage ist, die Verschattung rechnerisch zu be-rücksichtigen.

Inhalt:

Fenster: Schlüsselfunktion für das Passivhaus-Konzept Dr. Wolfgang Feist, Passivhaus Institut Entwicklung bei den Verglasungen – Edelgasfüllung Karl Häuser, interpane Entwicklung bei den Verglasungen – Beschichtungen Jochen Grönegräs, VEGLA GmbH Der Einfluß von Randverbund und Glaseinstand Jürgen Schnieders, Passivhaus Institut Das Fenster im Passivhaus Karl Heinz Fingerling, ISOFACH Passivhaus-Fenster der Firma eurotec Günter Pazen, eurotec GmbH Wärmebrückenreduzierter Fenstereinbau Dr. Wolfgang Feist, Passivhaus Institut Solareinstrahlung in Abhängigkeit von der Orientierung und Verschattung Dr. Wolfgang Feist, Vahid Sariri, Dr. Witta Ebel und Enikö Baffia