Protokollband Nr.13 - Jahr 1998

Description


Drei verschiedene Verfahren zur Ermittlung des Jahresheizwärmebedarfs werden vorgestellt und verglichen: die dynamische Gebäudesimulation mit DYNBIL, das EN 832-Monatsverfahren und das jahreszeitliche Verfahren des Passivhaus-Projektierungspaketes (Dr. W. Feist., PHI). Der folgende Beitrag stellt die Bestimmung der Transmissionswärmeverluste mit dem Passivhaus Projektierungs Paket (PHPP) vor (J. Schnieders, PHI).

Es geht um die Ermittlung und Bewertung der verschiedenen Bauteile und Anschlüsse (opake Außenbauteile, Fenster, Wärmebrücken), über die Transmissionswärmeverluste auftreten. Ein weiterer Aspekt, der bei der Planung von Passivhäusern berücksichtigt werden muß, sind die Lüftungswärmeverluste(T. Loga / J. Knissel, IWU). Das Vorgehen mit dem PHPP zur Ermittlung von Lüftungswärmeverlusten wird anhand des Passivhauses Darmstadt Kranichstein exemplarisch erläutert. Den Einfluß der passiven Solarenergienutzung und des „inneren Wärmeangebotes“ beim Passivhaus betrachtet der folgende Beitrag (Dr. W. Feist, PHI). Es wird deutlich, daß die Beurteilung rechnerisch erfolgen muß, „da durch vergleichende Feldmessungen mit vertretbarem Aufwand eine ausreichende Genauigkeit nicht erzielt werden kann“.

Besonders bedeutend ist beim Passivhaus eine korrekte Bestimmung des solaren Ausnutzungsgrades. In der Heizperiode benötigen Passivhäuser eine sehr kleine Heizleistung (ca. 500 - 1500 W). Dies ist so gering, daß in Passivhäusern erstmals auf ein konventionelles Heizsystem verzichtet werden kann. In einer Studie, basierend auf dynamischer Gebäudesimulation, wurde ein Verfahren entwickelt, „mit dem die tatsächlich anfallenden maximalen Heizleistungen zuverlässig bestimmt werden können“ (C. Bisanz, D. Mangold, W. Feist, J. Werner). Da beim Passivhaus der Restheizwärmebedarf sehr gering ist, ist es von um so größerer Bedeutung, auf welche Weise die verbleibende Heizwärme zur Verfügung gestellt wird, da sonst ein Großteil der Energieeinsparung durch ineffiziente Wärmebereitstellung wieder verloren geht. Der folgende Beitrag zeigt, wie verschiedene Varianten der Heizwärmeerzeugung und ihrer Verteilung, sowie die Warmwasserbereitung und -verteilung mit dem PHPP behandelt werden können (J. Schnieders, PHI).

Ein weiterer Punkt ist die Elektroenergiebilanz; der Stromverbrauch sollte in Passivhäusern möglichst weit verringert werden, „um die Gesamtforderung an End- bzw. Primärenergieverbrauch erfüllen zu können“; dazu stellt das Elektroblatt ein geeignetes Rechenverfahren bereit (W. Feist, W. Ebel). Mit dem Zusammenhang von Primärenergiebilanzenund Passivhaus-Kriterien befaßt sich der abschließende Beitrag: Ein Wert von unter 120 kWh/(m² a) muß in einem Passivhaus für die Summe aller Primärenergieverbräuche erreicht werden (Dr. W. Feist, PHI).

Inhalt:

Heizwärmebilanzen nach EN 832 und dem Passivhaus Projektierungs Paket: Ein bedeutender Fortschritt für die rechnerische Ermittlung des Jahresheizwärmebedarfs Dr. Wolfgang Feist, PHI Bestimmung der Transmissionswärmeverluste mit dem PHPP Jürgen Schnieders, PHI Bestimmung von Lüftungswärmeverlusten: Infiltration, maschinelle Lüftung Tobias Loga, IWU Passive Solarenergienutzung im Passivhaus Dr. Wolfgang Feist, PHI Ein Vorschlag zur Heizlastauslegung im Passivhaus Carsten Bisanz, Dirk Mangold, Universität Stuttgart, Dr. Wolfgang Feist, PHI, Johannes Werner, ebök Leitungsverluste, Warmwasserbereitung, Heizsystem Jürgen Schnieders, PHI Die Elektroenergiebilanz Dr. Witta Ebel, IWU Primärenergiebilanz und Passivhaus Kriterien Dr. Wolfgang Feist, PHI