Protokollband Nr.06 - Jahr 1997

Description


Aufgrund der vorliegenden Erfahrungen bewohnter Niedrigenergie- und Passivhäuser ist nicht zu erwarten, daß die Bewohner solcher Häuser bereit sind, sich auf andere Nutzergewohnheiten und Behaglichkeitsanforderungen einzulassen als in konventionellen Gebäuden. Die grundsätzliche Anforderung, die ein Gebäude zu erfüllen hat, ist ein ?behagliches Raumklima?. Wie dies beim Passivhaus erreicht wird, und wie die Anforderungen an die Haustechnik im Passivhaus aussehen, wird im ersten Beitrag des Protokollbandes erläutert (Dr. W. Feist, PHI). Dabei wird deutlich, daß Passivhäuser den gleichen, meist sogar besseren Komfort als herkömmliche Gebäude erbringen, jedoch mit einer wesentlich effizienteren Energienutzung. Es werden verschiedene Konzepte vorgestellt u.a. zur Deckung des geringfügigen Restheizwärmebedarfs und vor allem für die Warmwasserbereitung, die im Passivhaus beim Energieverbrauch den höchsten Einzelposten darstellt. Dennoch ist der Energiebedarf insgesamt so gering und gleichmäßiger auf den Jahresverlauf verteilt als bei herkömmlichen Häusern, so daß gute Voraussetzungen für den Einsatz von erneuerbaren Energien im Passivhaus gegeben sind. Im nächsten Bericht wird die Entwicklung eines Kompaktaggregats zur Lüftung und Wärmeversorgung in Passivhäusern vorgestellt ( U. Rochard / J. Werner, ebök). Bei diesem Kompaktaggregat sind die Lüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung, die Warmwasserbereitung durch eine Wärmepumpe sowie die Nacherhitzung der Zuluft zusammengefaßt. Unterstützt wird die Untersuchung mit zahlreichen Berechnungen zur energetischen Beurteilung verschiedener Systemkonzepte und Komponenten. Im einführenden Beitrag wurde bereits darauf hingewiesen, daß die Trinkwarmwasserbereitung der dominante Energiebedarf im Passivhaus darstellt. Mit dem Aspekt, dennoch einen möglichst geringen Gesamt-Wärmeverbrauch beim Passivhaus zu erreichen, befaßt sich der folgende Beitrag (N. Stärz, inPlan). Da sich der Warmwasserverbrauch im Gegensatz zum Heizwärmeverbrauch nicht nennenswert reduzieren läßt, ist ein effizientes System der Warmwassererzeugung, ggf. Speicherung, Verteilung und Entnahme um so entscheidender. Grundlagen der Dimensionierung und Berechnung des Trinkwarmwasser-Bedarfs werden dargestellt. Abschließend werden Konzepte zur solaren Warmwasserbereitung in Klein- und Mehrnutzeranlagen vorgestellt (G. Rockendorf, Institut für Solarenergiefor-schung). In Passivhäusern kann mit thermischen Solaranlagen ein hohes Primärenergieeinsparpotential erschlossen werden. Verschiedene Kollektorsysteme werden erläutert. Die Ergebnisse von Simulationsrechnungen für Solaranlagen am Standort Hannover geben Aufschluß über die Dimensionierung: Für die Warmwasserbereitung in Passivhäusern sollen demnach die Anlagen einen solaren Deckungsanteil von etwa 60 Prozent erreichen. Inhalt: Anforderungen an die Haustechnik im Passivhaus Wolfgang Feist, Passivhaus Institut, Darmstadt Entwicklung eines Kompaktaggregats zur Lüftung und Wärmeversorgung in Passivhäusern (Arbeitsbericht) Ulrich Rochard und Johannes Werner, ebök, Tübingen Effiziente Warmwasserbereitung beim Passivhaus Norbert Stärz, inPlan, Pfungstadt Solaranlagen für Passivhäuser Gunter Rockendorf, Institut für Solarenergieforschung Emmerthal